Revolte lohnt sich also noch, wenn es nach den Musikern aus Hamburg geht: "Wir wollen Teil der Lösung sein und nicht des Problems" rief Dirk völlig außer Atem von seinem Gesang als Einleitung zu "Verschwör dich gegen dich". Ein Gesang, der verglichen zu den Studio-Aufnahmen extrem melodisch und unerwartet geriet. Grandioser Auftritt. Die Gitarren liefen heiß - wenn auch für meine Begriffe etwas zu undynamisch voneinander abgegrenzt. Und wenn man dann auch noch zum Mitskandieren von "Aber hier leben, nein danke" aufgerufen wird, ist der Abend perfekt.
Leider war vorher auf dem Open Source ,im Gegensatz zu dem Festival vor zwei Jahren (damals dabei Mouse on Mars, Zoot-Woman, Phoneheads) wirklich tote Hose. Dieses mal war die Musik war völlig unspannend. "Stabile Elite" hatten genau einen guten Song, dass sie zwischendurch "Düsseldorf. Düsseldorf" riefen, machte den Auftritt auch nicht besser (sympathisch unkommerziell dagegen:
Nur noch "The Streets" boten zumindest etwas Konzert-Atmosphäre - musikalisch aber nicht ganz mein Ding. Und der Veranstaltungsort nervte mit seinem versnobbten Düsseldorf-Image - die Stände der kleinen Düsseldorfer Mode-Inn-Läden halfen da leider nicht wirklich.
Vorschlag: Wenn schon auf der Rennbahn, dann die Örtlichkeit ironisch brechen und hier Sekt und Erdbeeren anbieten, vielleicht sogar mit vorgeschriebener Garderobe. So war es ein seltsames Mischmasch - wer Golfer beobachten wollte, die in einiger Entfernung hinter der Hauptbühne ihre Bälle schlugen konnte selbst das tun! Einen ersten Eindruck der Möglichkeiten in dieser Richtung lieferte das blutige Open Horse Festival Poster (ein in der Mitte durchgeschnittenes Pop-Art-Pferd), das wir an einem Stand unbedingt kaufen mussten.
Deshalb noch mal: Großer Dank an Tocotronic. Schade, dass die Zugabe so kurz war.
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